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IDEENHAUS Digital 28. Januar 2019 Smart Mobility und welche Unternehmen davon profitieren werden

Wenn man an die Fortbewegung der Zukunft denkt, hat man sofort eine Vielzahl von Bildern aus den zahlreichen Science-Fiction-Blockbustern wie „Zurück in die Zukunft" oder „Das fünfte Element" im Kopf. Autos, die viel mehr wie Flugzeuge durch die Lüfte schweben und völlig autonom zu dem gewünschten Ziel bringen. Doch sind das alles nur Hirngespinste, oder steckt tatsächlich eine gewisse Essenz dahinter?

Die Beratungsagentur Oliver Wyman veröffentlichte Anfang 2018 bereits die zweite Mobilitätsstudie „Mobility 2040" und gibt ihre Zukunftsprognosen in Bezug auf smarte Mobilität bekannt. Laut dieser Studie werden die größten digitalen Reiseplattformen zukünftig die Dreh- und Angelpunkte für Mobilität sein und entscheiden, welches Fortbewegungsmittel für die geplante Strecke am optimalsten geeignet ist.

Auch wird eine immer stärkere Abnabelung zwischen dem Menschen und seinem heißgeliebten Auto prognostiziert. Während ein Dienstfahrzeug noch immer als das absolute Statussymbol gilt, verliert es in der Zukunft durch die Sharing Economy immer mehr an Bedeutung. Stattdessen kommen personalisierte und flexible Mobilitätskonzepte immer mehr in den Fokus.

„Besonders Geschäftsreisende erwarten personalisierte Mobilitätslösungen von Tür zu Tür, die unterschiedliche Verkehrsmittel flexibel kombinieren"- Oliver Wyman – Smart Mobility Report

Die Bereitschaft für Veränderung seitens der Bevölkerung in Deutschland ist groß. Mehr als 80% würden eine intelligentere und flexiblere Mobilität, ihrer derzeitigen Art der Fortbewegung vorziehen, ihre Reisegewohnheiten verändern und mit Hilfe von smarten Dienstleistungen alternative Verkehrsmittel benutzen.

Laut Oliver Wyman müssen Unternehmen aus den Bereichen Finanzen, E-Commerce, Bildung, Unterhaltung und Transport sich in großen Schritten auf diese Entwicklung einstellen und zu einem gewissen Grad auch riskieren, um in der Zukunft noch mitmischen zu können. Das globale Marktpotenzial von Smart Mobility wird im Jahr 2040 bereits auf über 200 Milliarden Euro geschätzt, wovon geschätzt 4 Milliarden alleine auf Deutschland fallen. Wer diese Entwicklung verschläft oder unterschätzt, bleibt auf der Strecke.

©Oliver Wyman Analysis: Der Wandel der Innovationsgeschwindigkeit

 

 

 

Das größte Potenzial liegt in den Zusatzservices

Die größte Herausforderung der Anbieter steckt darin, ein Ökosystem aufzubauen und sich unentbehrlich zu machen. Von einer länderübergreifenden all-inclusive Dienstleistung im Reisebereich, sind diese Anbieter jedoch noch weit entfernt. Hier werden momentan lediglich Datensätze verarbeitet, um die öffentliche Verkehrsplanung besser verstehen zu können.

Das Autonome Fahren könnte jedoch die Vorreiterposition in der smarten Mobilität einnehmen. So wird man zukünftig in einem Fahrzeug ohne eigenes Lenkrad von einem Ort zum nächsten gebracht und kann währenddessen auf ein umfangreiches Angebot von E-Commerce, Unterhaltung und Bildung zugreifen.

           ©CNBC International TV, Volkswagen self-driving car

Noch hat sich jedenfalls niemand die Poleposition gesichert und es bleibt ein spannender Wettlauf gegen die Zeit, wer am Ende bestehen bleiben wird und wer in den Tiefen der Autofriedhöfe und des Elektronikschrotts in Vergessenheit gerät.

Quelle: Oliver Wyman, Mobility 2040