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IDEENHAUS - Veranstaltungen 10. Mai 2019 Inspiration - Festival d'Hyères

Es ist Sommer und wieder Veranstaltungs-Saison. Hauptsaison gerade für die Modewelt. Fashion Week, Met Gala, Filmpreise. An großen Roben, Show und Dekadenz manchmal nur schwerlich zu übertreffen.

Doch eine Veranstaltung läuft häufig unter dem Radar der öffentlichen Berichterstattung ab: Das Festival d'Hyères. Mit vollem Namen: Festival International de Mode, de Photographie et d'Accessoires de Mode. Abgehalten an einem besonderen Ort, der Villa Noailles im südfranzösischen Hyères. Das Anwesen gehörte in den 20er-Jahren Charles und Marie-Laure Noailles, die sich gerne mit Kunst und Künstlern umgaben und so Salvador Dali oder Man Ray ihre Gäste nennen durften.

Zum 34. Mal findet sich nun das Who is Who, der aussichtsreichsten und künstlerischsten Stars der Mode und Fotografie in Hyères ein. Der internationale Wettbewerb wird von einer Jury in verschiedenen Kategorien prämiert. Als Ehrengast nahm in diesem Jahr die Kreativdirektorin von Chloé, Natacha Ramsay-Levy, als Juryvorsitzende für den Modewettbewerb Platz. Dieses eher klassisch anmutende Festival, ist Impulsgeber und Vorhersager für kommende Trends und Bewegungen.

Zeitgemäßer Individualismus

In der immer uniformer werdenden Welt der Mode, geht es nur vermeintlich noch um Individualismus. So sind auch die Feeds der Blogger-Stars von früher fast austauschbar geworden. Außerdem haben sie zwar ein Stück weit für eine Demokratisierung einer doch sehr elitären Branche gesorgt, jedoch feiern sie auch den Konsum und befeuern ihn. Nicht mehr gerade zeitgemäß. Möchte man also künstlerische und innovative Inspiration, die den Zeitgeist einfängt, entdecken, so lohnt sich ein Blick auf die Besucher, den Gewinner und die Themen der diesjährigen Ausgabe des Festivals.

Zeitgemäße Themen

So beschäftigten sich alle 10 Finalisten im Modewettbewerb mit dem Thema Nachhaltigkeit. Den Grand Prix du Jury Première Vision 2019 gewinnt der Österreicher Christoph Rumpf. Das Thema seiner Kollektion zeigt die Diskrepanz zwischen Mode als Schutz und zweckerfüllendes Objekt und ihrer heutigen Aufgabe zum Zwecke der Selbstdarstellung aus ihrem Träger einen anderen Menschen werden zu lassen. Warum also nicht aus ihm jemanden machen, der nachhaltiger lebt? So bestehen Teile seiner Kollektion auch aus recycelten Materialen. Sein Ziel, wie auch das von 8 seiner Mittstreiter: Bewussten Konsum unterstützen und kein riesiges Modeimperium werden. Das Selbstverständnis einer neuen Generation. „Buy less choose well".

Wie geht es weiter mit der Mode?

Positive Aussichten für eine schnelle, Wegwerf-Branche, die das Bedürfnis erschafft, spätestens alle 6 Monate den neuesten heißen Fummel besitzen zu müssen. Und noch dazu am Puls der Zeit. Denn die Identität von Marken muss zukünftig einen Mehrwert für Konsumenten bieten. Spannende Ansätze, die sich damit beschäftigen, wie es mit der Mode und unseren Ressourcen weitergeht. Und das ganz nebenbei noch sehr ästhetisch.

Alles zum Festival und den Ausstellungen sowie Wettbewerben findet ihr hier. Erfrischend reduzierte und It-Piece freiere Street-Styles, die auch noch als solche bezeichnet werden können, als Inspiration für den eigenen Sommerlook gibt es außerdem hier zu sehen,