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IDEENHAUS - Trends 12. Januar 2020 Slow Winter: Lasst uns das Beste aus der kalten Jahreszeit machen!

Während einige Regionen weiterhin lauthals mit Pisten-km, Hüttengaudi und heißen Après-Ski Partys werben, hat sich eine Parallelwelt entwickelt: Hier geht es um Slow Winter. Und damit ist längst nicht nur das Chillen auf der Couch gemeint.

Es geht raus – Vitamin D tanken und Spaß haben! 

Man muss kein erklärter Winterfan sein, um sich einzugestehen, dass eine verschneite Landschaft ein gewisses Verzücken in uns auslöst. Es ist hell, die Kontouren von Hügeln, Bergen und Kirchtürmen werden neu modelliert.

Und wenn Frau Holle sehr fleißig war, dann erzeugt die frische Schneedecke eine ganz besondere Dämpfung aller Geräusche, sogar in der hektischen City. Wir fühlen uns wie in einem friedlichen Watte-Kokon. Ok, zu Weihnachten war es nicht so. Egal. Der Winter dauert ja noch etliche Wochen an.



Winterurlaub steht längst nicht mehr nur für Skifahren

Noch immer gibt es Regionen im Alpenraum, die Kämpfe gegen Naturschützer und Bewohner austragen, um Skigebiete zusammenzuschließen, um neue Superlative für Skifahrer zu kreieren. Und es gibt Tourismusmanager, die bei der Entwicklung des Wintertourismus andere Wege gehen.

Einmal mehr haben die Südtiroler hier eine Vorreiterrolle: In ihrer Kommunikation preisen sie nicht nur Berge an, sondern die gesamte Palette an Freude, die die Natur auch im Winter bereiten kann. Man nutzt den Begriff des Slow Winter, um beispielsweise auch die großartige Küche als Teil des Winterspasses ins Spiel zu bringen.


Nicht nur in Südtirol bietet der Winter jenseits des klassischen Skifahrens eine Fülle anderer Aktivitäten, die uns ins Freie locken. Für jeden Fitness-Grad ist etwas dabei, und man muß dazu nicht über die Alpen fahren. Denn auch das nahe gelegene Mittelgebirge – den Bayerische Wald, das Harz, das Fichtelgebirge oder den Thüringer Wald – könnte man entdecken beim Rodeln, Langlaufen, Schlittschuhfahren, Eisstock schießen oder einfach beim Wandern – mit oder ohne Schneeschuhe. Slow oder in eigener Taktung – auf jeden Fall ohne den Stress des Schlangestehens am Lift, ohne teure Skipässe, ohne mittelmäßige und überteuerte Verpflegung auf Bergstationen.



Performance in der Natur

Wer dennoch gerne schweißtreibende Sportarten mag, der sollte es mit Skating, einer Variante des Langlaufs, versuchen. Die Skater fliegen in ihren hautengen Trikots durch die stille Winterlandschaft. Eine ordentliche Grundkondition und Technik sei die Voraussetzung, sagt man. Doch auch der klassische Langlauf, wo man sich in gespurten Loipen fortbewegt, kann durchaus fordernd sein.

Doch jeder definiert seine ganz persönliche Geschwindigkeit. Und es sind längst nicht nur Menschen mit dem Fitnessgrad, Alter und Stilempfinden unserer Kanzlerin in Loipen unterwegs. Jung-Väter und -Mütter ziehen das kleinste Familienmitglied, ausgestattet mit cooler Sonnenbrille, im speziellen Schlitten hinter sich her. Und es gibt sogar Hundeloipen. Nein, der Vierbeiner trägt dann keine Skier, sondern darf neben Frauchen oder Herrchen ohne Leine laufen. Und für die Ehrgeizigen gibt es Loipen verschiedener Schwierigkeitsgrade, zuweilen mit anspruchsvollen Kurven, Anstiegen oder Abfahrten.

Einen absoluten Boom erlebt das Skitourengehen seit einigen Jahren. Nicht mit Hunderten anderer Skifahrer und dem Lift, sondern in kleinen Gruppen (am sichersten mit einem lokalen Guide), abseits der Massen, geht es mit eigener Kraft bergauf. Und das können schon mal ein paar Stunden Aufstieg sein – mit Skiern an den Füßen! Die Abfahrt jenseits von Pisten, idealerweise auf Gelände, das noch keine Spuren anderer Skifahrer zeigt, gehört zu den ultimativen Glücksgefühlen der Tourengänger. Auf das Risiko der Lawinen möchten wir in unserer Winter-Liebeserklärung nicht eingehen.

Ob mit oder ohne Sonne, rausgehen im Winter tut so gut. Dick eingepackt – vielleicht in eine warme Jacke, die mit „fairen" Daunen gefüllt ist heißt es, Sauerstoff tanken. Das Immunsystem freut sich! Und der wärmende Tee danach, idealerweise in Bio-Qualität von unserem Kunden Lebensbaum, schmeckt anschließend umso besser!

Fotos von Elijah Hail, Dan Burton und Jasper Guy auf unsplash.com