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IDEENHAUS - Trends 05. Dezember 2019 Haltung zeigen: Nie ohne meine Trinkflasche

In Bus und Bahn erzeugen nicht mehr die teuren Notebooks oder Smartphones der Prestigemarke mit Kernobst-Logo die Hingucker, sondern dezent verzierte Glasflaschen. Wassertrinker auf der ganzen Welt suchen nach der perfekten Trinkflasche und zeigen ihre Errungenschaften gerne. 

Denn jede Glas- oder Metall-Trinkflasche wird zum Statement gegen Plastikmüll.

Von der Schulausflugsverpflegung zum Lifestyle-Accessoire

Die gute Emil-Flasche aus Schulzeiten war Vorreiter bei Nachhaltigkeit und Schadstofffreiheit. Wer hätte gedacht, dass es mal cool wird, seine eigene Trinkflasche auf Schritt und Tritt mit sich herumzuschleppen. Wir entdecken zwei Motive dafür:

1. Die Selbstoptimierer, gerne mal von Promis inspiriert

Endlich sind es nicht mehr die Plastikflaschen von Evian, Fiji Spring oder anderen überteuerten Mineralwassern, die man rund um den Globus fliegt. Ohne eigene Trinkflasche geht gar nichts. Die prominenten Vorturnerinnen mit Wow-Figur und dem Ewiger-Jugend-Teint aus Hollywood lassen sich nun mit ihren farbenfrohen Edelstahl-Begleitern auf dem Weg zum Yoga, beim Trekking oder auf Shopping Tour ablichten. Micromarketing nennt sich dieses subtile zur Schau stellen von Produkten und Marken. Auch so manche selbst ernannte Influencerin nutzt die Trinkflasche als Lifestyle Produkt und als Fashion Statement. Die Marke bkr mit ihren extravaganten Flaschendesigns in Pastellfarben ist besonders häufig präsent.

2. Die Stopp-den-Müll-Aktivisten

Hier entscheidet nicht der Blick auf vogue.com, welche Trinkflasche gekauft wird, sondern ein Testbericht oder ein Gespräch mit Gleichgesinnten. Denn hier geht es tatsächlich um die Funktion, das Material und auch die Optik. Und wer es ganz ernst meint, der hinterfragt den kompletten Eco-Footprint der Trinkflasche. Dann wird die Entscheidung nicht einfach. Im avocadostore.de, der Plattform für Shoppen mit gutem Gewissen, werden über 40 Brands gelistet, von Aladdin bis Zeitbuddels ist alles dabei. Besonders stylish macht es die Marke Equa. Individualisiert wird die Glasflasche durch eine Hülle aus hippem Kunstleder oder Filz und einer Gravur im Deckel. Design, Markenimage und ein garantiert schadstofffreies Material sind die Verkaufsargumente bei einem Preis von 35 €. Die europäische soulbottle ist preiswerter und verzichtet auf das strapazierfähige Borosilikatglas, weil die Herstellung zu viel CO2 verursacht.

Glas bricht, ist schwer und isoliert schlecht. Deshalb gibt es auch Fans von Alu- oder Edelstahlflaschen. Die langgezogenen, vakuumisolierten Edelstahl Flaschen von S´well stellen die Speerspitze dieser Materialfront dar. Das US Unternehmen kennt seine Vorzüge und wirbt mit Stabilität, Isolierung und natürlich Schadstofffreiheit und wird nicht müde immer neue Designs zu entwickeln.

Wer hat es erfunden?

Optisch erinnern viele der neuen Hersteller an die Ur-Trinkflasche der Schweizer Marke Sigg. Als Wegbereiter des Flaschentrends brachten es die Schweizer zu weltweitem Erfolg. Die Sigg Flasche aus Aluminium in rot wurde 1993 sogar ins MoMA in New York aufgenommen.

Nach Berichten zu möglichen Schadstoffen, die von der Sigg Flasche auf die darin befindliche Flüssigkeit übergehen, geriet die Marke in Bedrängnis. Ungeschicktes Krisenmanagement, mangelnde Transparenz und kritische Studien zum traditionell verwendeten Material Aluminium verhinderten, dass Sigg sich dauerhaft als Marktführer behaupten konnte.

Und welches Material macht zukünftig das Rennen – Glas oder Metall? Wie auch immer. Jede Plastikflasche, die nicht gekauft oder besser erst gar nicht produziert wird, ist ein Gewinn.

Fotos von rebeccaharriselement5digital und acarrillo46 auf unsplash.com